Arndt Tomás Aphorismen von Hans Arndt - Seite 3/7
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Weisheiten von Hans Arndt - Zitatsammlung "Im Visier"

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Jenseits der Wahrnehmung

Der Tod ist ein Magnet mit weitem Vorfeld.

Unser Leben erschöpft sich im wechselvollen Bedingungen.

Friedhöfe sind die Herbergen erloschener Leidenschaften.

*

*

Synkope

Man ahnt die Existenz des Wegweisers, nachdem man den falschen Weg bis zum Ende ging.

Wir begreifen geführte Gespräche oft erst nach langer Zeit - dann aber mit brennender Präzision.

*

Im Zenit

Äußerstes Können ist konstante Gewohnheit im Fehlerlosen auf hohem Niveau.

Das Außergewöhnliche vermögen nur die Außergewöhnlichsten.

Virtuosität ist der Lebensstil mit höchstem Anspruch.

Frei sein heißt, das Menschliche zu wissen ohne seinen Tiefen zu erliegen.

Konzentration ist die ungetrübt nach innen gerichtete Abseitigkeit.

*

Früh Vergilbt

Es machte ihn wenig froh, da es ihm zugefallen war.

Als er das Nichtzuträumengewagte erreicht hatte, fiel er in dumpfe Selbstverständlichkeit,
bis er die Last zu ahnen begann, die er zu tragen hatte.

*

Im Zwang Des Schöpferischen

Der große Künstler schwimmt ins offene Meer, ohne den Gedanken ans Zurück.

Die Perfektion hat den Sog ins Unendliche, und daher für den Menschen Heimatlose.

Gipfel haben ihr eigenes Klima.

Die Vollendung will, daß man in sie taucht - nicht, daß man nach ihr greift.

Das Maß in der Kunst ist die überwundene Maßlosigkeit.

Wer einer Aufgabe lebt, muß das Sichlösen noch mehr beherrschen als das Sichbinden.

*

Jede Perfektion erhält ihr schicksalhaftes Profil auch durch die spezifische Art ihres Entstandenseins.

Die Bindung ist die Urzelle des Lebens, die Gelöstheit indes die letzte Frucht ihrer Entwicklung.

Das Experiment enthält zugleich den Mut zum Umweg.

Die Arbeit des Künstlers besteht im aktiven, im schöperischen Warten.

Der Künstler muß ständig seine Existenz nachweisen.

Die ins Unendliche gesteigerte Leistung ergreift, da sie zugleich das Endliche im Menschen aufweist.

*

*

Rezeptpflichtig

Vor dem Tod steht der Mensch Schlange, ohne es zu wissen.

Trübe Vorausahnungen sind wie sich ankündigende Schneeluft.

Die Sklerose ist der begleitende Schatten des Menschen, der besonders in seinen lichtlosen Zeiten wächst.

Man muß den Tod im Angebot der Duzbrüderschaft zuvorkommen, um ihn auf Distanz zu halten.

*

Der Selbstmöder kommt in den Genuß seiner Konsequenz.

Das Herz bringt sich in Erinnerung, indem es kurz- oder langfristig kündigt.

Die Zeugung ist unser Urteil, dessen Strafvollzug bei der Geburt beginnt.

Der Arzt und der Tod sagen beide: "Der Nächste bitte".

*

Im Taumel

Sie umschlangen sich im heißen Spätsommer ihres Lebens in der Erwartung des ersten abkühlenden Gewitters.

Sie liebten sich mit der Inbrunst des Periodischen.

Sie spielten virtuos an der Oberfläche und ertranken doch in der Tiefe.

*

Am Anderen Ufer

Der große Arzt versucht durch seine Dialektik, die Ansprüche des Todes zu vertrösten.

Von wahrhaft königlicher Diskretion ist unser Lächeln erst im Tode.

Die Macht des Leisen offenbarte sich erst, wenn die Toten zu Worte kämen.

*

Unruhige Waage

Der Gleichmut glättet die Ungeduld unseres Geistes mit dem Wissen um ihre ständige Wiederkehr.

Im Gefühl des Glücks verlagern sich die Horizonte.

Die Freude und die Güte erscheinen als Zwillingsschwestern mit abhängigem Schicksal.

Der Hochsensible dankt schon beim Nahen seelischen Gleichgewichts mit dem Preise des Glücks.

*

Modulationen

Er rang die Hände und fluchte, während sich die Ergebung anbahnte.

Seine Vorwürfe verstummten, als das Verständnis ihn zum Mitleid führte.

In ihrer beider Begegnung erlitt der Stolz seine liebenswerteste Niederlage.

*

Im Austausch

Unsere Hände greifen das Leben, und das Leben läßt sie uns gezeichnet zurück.

Den teuersten Tribut zahlt der Mensch für seine Reife.

Der Idealismus der Jugend ermöglicht die Weisheit des Alters.

Unsere Leiden sind die schlichten Investierungen in noch unbekannte Gewinne.

*

Wetterleuchten

Während er nicht wußte, was er sagte, begann er zu ahnen, was er wollte.

In den faszinierenden Frauen erkannte sie sogleich ihre eigenen unbegrenzten Möglichkeiten.

Er wurde erst mutig, als er einsah, daß der Rausch des Lebens ihm seine letzte Chance bot.

*

*

Erregende Vorgänge

Der Dämon ermöchtigt uns zu einer Kraft, die unsere Kontrolle entweiht.

Das Maßvolle wirkt oft maßlos ergreifend.

Eine bedeutende Aussage beginnt beim Wagnis und endet bei der allgemeinen Gültigkeit.

Es sind Symptome der Liebe, wenn wir augenscheinliche Schwächen und
Fehler eines Menschen plötzlich anziehend finden.

Die Furcht treibt in der Herausforderung ihre gefährlichste Blüte.

Unsere Freude wird zwielichtig, wenn wir aus Versehen das Richtige taten.

*

Bei Sich

In der Jugend hatte er Angst vor dem Leben, im Alter hatte er Angst vor dem Tode: Er
schloß einen Vergleich mit der gegenwärtigen Stunde.

Er machte Inventur mit seinen Freundschaften und entdeckte sich selbst.

*

Brandmale

Die Resignation verschafft sich ihre Freuden durch Fremdkörper.

Wohin wir auch sehen, wir sehen Schicksale.

In der Verbitterung schwelt verborgen der Schmerz über unser Versagen.

*

Vermiedene Höhen

Er mißtraute dem Glück, denn er glaubte seine Freiheit in Gefahr.

Als sie die Beweise ihrer gegenseitigen Zuneigung nicht mehr steigern konnten,
zweifelten sie an der Liebe.

Seine Gedächniskraft näherte sich von der Mutlosigkeit, sich selbst zu vergessen.

*

Im Armenhaus Des Lebens

Die Namenlosen empfinden in lauter Diskretion.

Aus ihrem Blick spricht verjährte Erwartung.

Viele treten ab, ohne je angetreten zu sein.

Sie war verblüht, bevor es noch Zeit zum Blühen war.

Bei manchen Menschen besteht die Hochsaison ihres Lebens aus nur ein paar warmen Tagen.

*

Stigma

Die fixe Idee lockt als Irrlicht ins Moor.

In der Treibhausblüte stimuliert der Tod die exaltierte Schönheit.

Der Greis geht an die Front, zu sterben für das Leben.

Viele lieben die Abwechslung, aber nur wenige stehen unter dem Zwang der Ablösung.

*

Aufgespürt

Das Geheimnis des Gleichmuts liegt in dem Bereitsein ohne den Einsatz des Wolles.

Unser Unterbewußtsein demonstriert die perfektionierteste Arbeitsweise.

Lächeln ist eine erschöpfende Aussage ohne Worte.

Die innere Stimme muß schon vorlaut werden, damit wir ihr folgen.

Vergessene Worte haben ihre eigenen Archive.

*

Schwere Zeiten formen uns oft des Guten zuviel.

Ein starkes Gemüt besteht aus abgelagerten Eindrücken.

In der Erinnerung übertönt das Ende den Anfang.

Der Anblick des Todes macht erfahren.

Das Ahnen von uns selbst kommt einem Wissen gleich.

Wir sind die Sklaven von dem, was uns nicht glücklich macht.

*

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Kommentare

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Posted 261 days ago
Je te le jure par la vigile de sainte Madeleine a l'Huile, ils empoisonnent les gens
qui les regardent, absolument comme donnent la contagion les effets empestes que l'on touche, dix ans apres qu'ils avaient ete enfermes. *** sophiechassat.com
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Posted 760 days ago
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Posted 778 days ago
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Posted 1226 days ago
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Posted 2179 days ago
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Posted 2216 days ago
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Peter Schwerl
Posted 3073 days ago
Die Aphorismen von Hans Arndt gefallen mir sehr. Danke für die Veröffentlichung! Peter Scherl
Berichterstattung
Posted 3319 days ago
Stil hat Hans Arndt durch viele weise Sprüche, keine Frage! Neben allgemeinen Weisheiten hat er sich auch intensiv mit dem Thema Frauen, Tod, Freundschaften und Weltgeschichte auseinandergesetzt. Mir persönlich gefallen viele seiner Aphorismen...
Herbert
Posted 3343 days ago
Eine großartige Sammlung eines großartigen Schriftstellers!
Kadja
Posted 3472 days ago
Tolle Sammlung. Sehr interessant!
Mark Deegen
Posted 3499 days ago
Eine anspruchsvolle Aphorismensammlung! Vielen Dank für die Veröffentlichung zur kostenfreien Einsicht. M. Deegen
Lenin
Posted 3547 days ago
Die Unwissenheit kommt der Wahrheit näher als das Vorurteil.
Hassenkamp
Posted 3563 days ago
Hassenkamp sagte mal "In manchen Familien sind Hunde mit Stammbaum eine Art Adelsersatz." Ich habe das auch so beobachtet und finde diesen Spruch sehr gut gelungen.
Johann Wolfgang von Goethe
Posted 3587 days ago
Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die Idee.
Friedricht Hebbel
Posted 3602 days ago
Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus Schlange.
Heute entdeckt!
Posted 3617 days ago
"Religion ist das, was die Armen davon abhält, die Reichen umzubringen." Napoleo Bonaparte
Unbekannt
Posted 3621 days ago
Man täuscht sich oft, wenn man glaubt, den Hochmut durch Demut besiegen zu können.
Ursula Graus
Posted 3624 days ago
In Aphorismen kann ich mich verlieren, ohne verloren zu gehen! Wolfgang Herbst sagte z.B. "Ärger ist die Unfähigkeit, Wur in Aktion umzusetzen". Das stimmt jeden Tag aufs Neue.
Silie
Posted 3625 days ago
Fraf Fito sagte einmal: "Nicht jeder, der aus dem Rahmen fällt, war vorher im Bilde." Der ist immer aktuell!
Peter Schett
Posted 3629 days ago
Ich sag immer "man kann nicht früh genug lernen das Leben in vollen Zügen zu genießen".
Grauenwälder
Posted 3641 days ago
Ich kenne ein ähnliches Zitat: "Mat hat, wer reden kann." Ich meine das ist von Salisbury, Robert.
Robert Salisbury
Posted 3643 days ago
"Macht hat, wer reden kann.", Zitat v. Robert A.T. Salisbury
Erich Kästner
Posted 3653 days ago
Wie sagte schon Erich Kästner: "Der Mensch soll lernen - nur Ochsen büffeln." Stefanie Greifswald
Silie
Posted 3656 days ago
Erfolg ist der Sieg der Einfälle über die Zufälle.
Kant
Posted 3681 days ago
Aufklärung ist die Maxime, jederzeit selber zu denken. Immanuel Kant
Lebensmotto
Posted 3683 days ago
Man kann gar nicht früh genug lernen, das Leben zu genießen!
Eine wirkliche Bereicherung für das eigene Leben.
Hellmut Walters
Posted 3689 days ago
"Wem nichts mehr auffällt, dem fällt auch nichts mehr ein." Eine Lebensweisheit die viele in der heutigen Zeit vergessen zu haben scheinen. Oder nicht?
Sibille Töll
Posted 3690 days ago
Demut ist die Fähigkeit, zu den kleinsten Dingen emporzusehen. Zitat von Albert Schweitzer
Albert Einstein
Posted 3690 days ago
Ich zitiere immer Einstein: "Jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie ausspricht." Christoph
Unbekannter Autor
Posted 3692 days ago
Verstand macht nur Sinn, wenn man ihn nicht gedankenlos einsetzt.
La Rochefoucauld
Posted 3693 days ago
Trennung lässt matte Leidenschaften verkümmern und starke wachsen.
Aristoteles
Posted 3698 days ago
Wenn ein Wunsch ins Wasser fällt - besser nicht nachspringen.
Helen Vita
Posted 3710 days ago
Strohwitwer sind leicht entflammbar - das ist schon materialbedingt.
Lisa Brandt
Posted 3738 days ago
...ich habe noch einen: "Erfahrung ist der Name, den die Menschen ihren Irrtümern verleihen." Der ist grandios!
Lisa Brandt
Posted 3738 days ago
Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben.
Mein Lieblingszitat von Max Frisch :)
Karl Dall
Posted 3741 days ago
"Alt wird man, wenn die Leute sagen, dass man jung ausshieht."
Stanislaw Jerzy Lec
Posted 3743 days ago
"Keine Schneeflocke in der Lawine fühlt sich verantwortlich."
Dieter G.
Posted 3748 days ago
Ein passender Spruch für die heutige Zeit: "Geiz macht so einsam, dass man viel Geld sparen kann." (Unbekannt)
Konfuzius
Posted 3757 days ago
"Das Rechte erkennen, aber nicht tun: Das ist Mangel an Mut." zit. v. Konfuzius.
 

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